Werbeprämien versteuern 2026: Die 256-€-Grenze für Kunden-werben-Kunden, Kontoprämien & Krypto-Boni

Illustration: Steuerformular, Taschenrechner, Geschenk und Münzen – Werbeprämien versteuern
🔄 Aktualisiert am 06.10.2026

Werbeprämien versteuern: die 256-€-Grenze

Kurz gesagt: Prämien aus „Kunden werben Kunden“, Kontoeröffnungsprämien und Krypto-Belohnungen zählen in Deutschland meist zu den sonstigen Einkünften nach § 22 Nr. 3 EStG. Sie bleiben steuerfrei, solange alle solchen Einkünfte zusammen unter 256 € im Kalenderjahr liegen. Ab 256 € ist der gesamte Betrag steuerpflichtig, nicht nur der Teil darüber. Rabatte auf den Kaufpreis sind dagegen in der Regel keine Einnahme.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Einkunftsart: sonstige Einkünfte aus Leistungen, § 22 Nr. 3 EStG.
  • Freigrenze: steuerfrei, wenn die Summe weniger als 256 € pro Jahr beträgt – pro Person, Ehepartner getrennt.
  • Falle: Freigrenze, kein Freibetrag – bei 256 € wird alles steuerpflichtig.
  • Krypto: Belohnungen in Coins werden mit dem Kurs bei Zufluss bewertet; ein späterer Verkauf innerhalb eines Jahres ist zusätzlich ein privates Veräußerungsgeschäft (§ 23 EStG).
  • Eintrag: in der Anlage SO der Steuererklärung.
⚖️Hinweis: Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine Steuerberatung. Für deinen Einzelfall wende dich an einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein.

Muss ich Werbeprämien versteuern?

Ja, grundsätzlich schon – aber erst ab 256 € im Jahr. Wer einen Freund wirbt, erbringt eine Leistung (die Vermittlung) und erhält dafür ein Entgelt. Solche gelegentlichen Leistungen fallen unter § 22 Nr. 3 EStG. Das Gesetz sagt: Die Einkünfte „sind nicht einkommensteuerpflichtig, wenn sie weniger als 256 Euro im Kalenderjahr betragen haben“ (§ 22 EStG).

Auch Kontoeröffnungs- und Depotprämien ordnen Steuerratgeber den sonstigen Einkünften zu, nicht den Kapitalerträgen – es fällt also keine Abgeltungsteuer an, die Bank zieht nichts ab (VLH). Mehrere Banken weisen in ihren Bedingungen selbst darauf hin, darunter ING, comdirect und norisbank (monsterdealz, 2026).

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Geldprämie

Werber- und Kontoprämien: § 22 Nr. 3 EStG, Freigrenze 256 €.

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Sachprämie

Zählt mit dem üblichen Endpreis (gemeiner Wert).

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Rabatt

Preisnachlass auf ein eigenes Produkt ist in der Regel keine Einnahme.

Was ist die 256-€-Falle?

Die 256 € sind eine Freigrenze. Liegen deine Einkünfte nach § 22 Nr. 3 darunter, zahlst du nichts. Erreichen sie 256 €, ist der gesamte Betrag zu versteuern (steuerkurse.de).

Prämien im JahrSteuerpflichtigSteuer bei 30 % Grenzsteuersatz*Netto übrig
200 €0 €0 €200 €
255 €0 €0 €255 €
256 €256 €76,80 €179,20 €
400 €400 €120,00 €280,00 €

* Vereinfachte Beispielrechnung ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Praxis-Tipp: Wer knapp unter der Grenze liegt, kann die Auszahlung einer weiteren Prämie eventuell ins nächste Kalenderjahr verschieben – entscheidend ist der Zufluss. Werbungskosten (z. B. Porto) mindern die Einkünfte.

Wie werden Krypto-Belohnungen versteuert?

Das BMF-Schreiben zu Kryptowerten vom 06.03.2025 ordnet Erträge aus Leistungen wie Staking ebenfalls § 22 Nr. 3 EStG zu; bewertet wird mit dem Marktkurs zum Zeitpunkt des Zuflusses (BMF, 06.03.2025) (Deubner). Für Empfehlungsprämien in Krypto gilt nach unserer Einordnung dasselbe, weil du eine Vermittlungsleistung erbringst.

  1. ZuflussDu erhältst z. B. 10 € in BTC als Werberprämie – 10 € zählen zu § 22 Nr. 3.
  2. AnschaffungDer Wert bei Zufluss gilt als Anschaffungskosten der Coins, die Haltefrist beginnt.
  3. VerkaufVerkaufst du innerhalb eines Jahres, ist der Kursgewinn ein privates Veräußerungsgeschäft (§ 23 EStG, Freigrenze 1.000 €).
  4. Nach einem JahrDer Verkauf ist steuerfrei.

Unklarer ist die Lage bei reinen Neukundenboni ohne eigene Gegenleistung, etwa einem Krypto-Willkommensbonus. Je nach Gestaltung kann das wie ein Airdrop oder wie ein Preisnachlass behandelt werden. Dokumentiere Datum, Coin und Kurs in jedem Fall – Krypto-Steuertools übernehmen das automatisch.

Was gilt für Website-Betreiber und Influencer?

Wer Empfehlungslinks regelmäßig und mit Gewinnabsicht bewirbt – etwa auf einer Website, einem Blog oder Social-Media-Kanal – erzielt in der Regel keine gelegentlichen Einkünfte mehr, sondern gewerbliche Einkünfte. Dann gilt die 256-€-Freigrenze nicht; die Einnahmen gehören in die Gewinnermittlung (EÜR), ggf. mit Gewerbeanmeldung und Umsatzsteuer (steuerkurse.de). Viele Anbieter verbieten zudem die öffentliche Verbreitung privater Empfehlungslinks und verweisen auf ihre Affiliate-Programme.

Wo trage ich Prämien in der Steuererklärung ein?

Prämien nach § 22 Nr. 3 EStG gehören in die Anlage SO („Leistungen“). Banken und Anbieter führen keine Steuer ab und stellen meist keine Bescheinigung aus – du musst die Beträge selbst zusammenrechnen. Bewahre E-Mails, Kontoauszüge oder Screenshots der Gutschriften auf.

  • Summe unter 256 €: Eintrag kann formal erfolgen, es entsteht keine Steuer.
  • Summe ab 256 €: vollständige Angabe, Versteuerung mit dem persönlichen Steuersatz.
  • Ehepaare: Jeder hat seine eigene Freigrenze.
„Die meisten Leser kommen mit zwei, drei Prämien im Jahr nie an die 256 €. Kritisch wird es für Prämienjäger, die viele Konten eröffnen – und für Krypto-Belohnungen, die man vergisst, weil sie nur als Coins in der App auftauchen.“— Felix Rieger, Autor von „Krypto Steuern in Deutschland 2026“

Häufige Fragen

Sind Werbeprämien steuerfrei?
Ja, solange alle Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG zusammen weniger als 256 € im Kalenderjahr betragen.
Ist die 256-€-Grenze ein Freibetrag?
Nein, eine Freigrenze. Ab 256 € ist der gesamte Betrag steuerpflichtig.
Zählen Neukundenprämien von Banken mit?
Nach gängiger Auffassung ja – Konto- und Depotprämien gelten als sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG.
Zieht die Bank Abgeltungsteuer ab?
Nein. Prämien sind keine Kapitalerträge, die Bank behält nichts ein.
Muss ich Rabatte versteuern?
Ein Preisnachlass auf ein Produkt, das du selbst kaufst, ist in der Regel keine steuerpflichtige Einnahme.
Wie werden Sachprämien bewertet?
Mit dem üblichen Endpreis am Abgabeort (gemeiner Wert).
Wie werden Krypto-Prämien bewertet?
Mit dem Marktkurs in Euro zum Zeitpunkt des Zuflusses. Dieser Wert ist zugleich der Anschaffungspreis für die Haltefrist.
Gilt die Grenze pro Person?
Ja. Bei Ehepaaren hat jeder Partner seine eigene Freigrenze.
Wo trage ich Prämien ein?
In der Anlage SO unter „Leistungen“.
Was gilt, wenn ich Referral-Links auf einer Website bewerbe?
Dann liegen in der Regel gewerbliche Einkünfte vor, die 256-€-Freigrenze gilt nicht mehr.

Änderungsprotokoll

  • 06.10.2026: Erstveröffentlichung.

Keine Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand 06.10.2026. Maßgeblich sind das Einkommensteuergesetz und die Auffassung deines Finanzamts.

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